Martin Müller

Freediving

Geburtsort: Leoben

Geburtsjahr: 1980

Karrierebeginn: 2018

Was machst du?

Freitauchen – Apnoetauchen – Freediving
Tauchen in Meer, Seen und Indoor mit nur einem Atemzug und ohne Sauerstoff.

Freitauchen ist ein überaus vielseitiger Sport. Neben den unterschiedlichen Wettkampf-Bereichen wie Tiefe, Zeit und Strecke gibt es auch verschiedene Disziplinen, z.B. mit zwei Flossen, mit Monoflosse, ohne Flossen, am Seil ziehend etc.

Darüber hinaus beobachte ich gern die Meereswelt mit dem Vorteil, mich still nähern zu können, um die dortigen Lebewesen nicht zu verscheuchen. Man wird eins mit der Natur.

Seit wann machst du das?

Freitauchen als Sport seit 2018, Wettkampfsport betreibe ich seit 2021, Freitauchen um Meerestiere zu beobachten schon sehr viel länger. Eine Besonderheit im Freitauchsport ist, dass die höchste physiologische Leistungsfähigkeit praktisch gesehen etwa zwischen 35 und 50 Jahren liegt, das ist in den meisten anderen Sportarten anders, wie im Fußball, Skifahren oder Triathlon. Wichtig ist es, immer weiter dazuzulernen und an vielen kleinen Rädchen zu drehen, um besser zu werden.

Wie hast du damit angefangen?

Durch eine Reihe an Faktoren. Zunächst durch den Kult-Film „Im Rausch der Tiefe“ mit Jean Reno (1988), der sich lose auf den Wettstreit der Freitauchpioniere Enzo Maiorca und Jacques Mayol bezieht; dann haben mich die herausragenden Leistungen des Italieners Umberto Pelizzari in den 1990ern und später des Österreichers Herbert Nitsch in den 2000er-Jahren geprägt.
Mit beiden verbinden mich mittlerweile auch persönliche Episoden. Letztlich war es der Wunsch, länger unter Wasser bleiben zu können, um die Tierwelt ungestört zu beobachten.

Eine Würfelnatter im Lago Maggiore, die ich bei der Jagd beobachtet habe, ein Oktopus in Südfrankreich, Fische, Muränen, Krabben an diversen italienischen Küsten – daraus hat sich dann die sportliche Komponente des Apnoetauchens entwickelt.

Welche Erfolge konntest du im Laufe der Zeit erreichen?

National:
2022: Österreichischer Rekordhalter DYNB – Streckentauchen mit zwei Flossen
2021: Österreichischer Vizemeister und Silber im Zeittauchen, sowie 2 x Bronze im Streckentauchen mit Monoflosse und mit Bifins (zwei Flossen)

International:
2022: 3. Platz bei den Offenen Serbischen Freitauch-Meisterschaften (Aida)
2021: 4. Platz beim Capri International Freediving Cup in der Disziplin „Free Immersion“ (mit den Händen am Seil hinunter- und hinaufziehend)

Was ist dein großes Ziel?

Die Weltmeisterschaft Indoor 2022 als Großereignis und Erfüllung eines Lebenstraums; einige internationale Tieftauch- und Indoorwettbewerbe in Kroatien, Italien, Serbien und die österreichischen Meisterschaften im Herbst, die praktischerweise in der Südstadt stattfinden.

Wie wichtig ist ein klares Mindset für dich?

Gerade im Freitauchen ist der Geist der Schlüssel zum Erfolg. Ohne ein positives und fokussiertes Mindset funktioniert der Körper nicht, egal wie stark und trainiert er ist. Um lange und tief zu tauchen, muss der Geist klar und frei sein und eine Symbiose mit dem Wasser bilden.

Keine Ablenkung, keine negativen Gedanken, im Hier und Jetzt sein.
Beim Freitauchen geht es in allererster Linie um Entspannung. Deshalb ist es auch von erheblicher Bedeutung, dass man seinen Körper kennt und ihn versteht. Denn nur dann kann man im Kopf seine beste Leistung abrufen. Herausforderungen anzunehmen und daran zu wachsen gehört für mich ebenso zu meinem Mindset.

Wie gehst du mit Niederlagen um?

Man darf nicht davor Angst haben, Risiken einzugehen und Fehler zu machen. Aus Niederlagen kann man viel lernen, diese gehören zur sportlichen und persönlichen Entwicklung dazu. Wenn einen Niederlagen aus der Bahn werfen, wird man keinen Erfolg haben.

Aufstehen, abschütteln, weitermachen. Es geht nicht darum, wie oft man fällt, sondern darum, wieder aufzustehen. Wer etwas versucht, hat bereits gewonnen. Viele versuchen es nicht und scheitern dadurch zwangsläufig. Um auf dem Stockerl zu stehen, in egal welcher Sportart, musst du bereit sein, an die Grenzen des Machbaren zu gehen.

Wie treibst du dich selbst zu Bestleistung an?

Meine Geheimwaffe ist die Kraft der Visualisierung. Das gewünschte Ziel in Gedanken immer und immer wieder durchspielen. Dann wirkt es am Tag X vertraut und ist einfacher umsetzbar. Limits sind temporär.

Was ist dein Lieblingsgeschmack von MIIND?

Mein sommerlicher Favorit ist Zitrone-Melisse. Der Duft und Geschmack erinnert mich an viele Erlebnisse an der Amalfiküste, wo die Zitrone allgegenwärtig ist. Traube-Minze erfrischt mich vor allem in den Wintermonaten.